GmbH Steuerberater: Was kostet das wirklich? (Preisguide 2026)

GmbH Steuerberater: Was kostet das wirklich? (Preisguide 2026)

Was kostet ein Steuerberater für eine GmbH wirklich? Dieser Preisguide zeigt die einzelnen Kostenblöcke, rechnet drei Beispiele durch und erklärt, was sich mit der Reform der Steuerberatervergütungsverordnung zum 1. Juli 2025 geändert hat. Damit du erkennst, ob ein Angebot fair ist.

Veröffentlicht am
Autor: Maximilian Beck
Lesezeit: 11 min

Die Frage nach den Kosten für einen GmbH-Steuerberater gehört zu den meistgestellten Fragen von Gründern und Geschäftsführern, und zu den am wenigsten transparent beantworteten. Beck Steuerberatung Berlin gibt in diesem Beitrag einen ehrlichen Überblick: Was ist Pflicht, was ist sinnvoll, und woran erkennst du, ob ein Angebot fair ist. Inklusive drei durchgerechneter Beispiele und der wichtigsten Änderung der letzten Jahre, der Reform der Steuerberatervergütungsverordnung zum 1. Juli 2025.

Stand: August 2026. Zuletzt geprüft: August 2026. Alle Preisangaben sind unverbindliche Orientierungswerte aus der Praxis und stellen kein Angebot dar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Zeitgebühr von 66 bis 164 Euro pro Stunde greift nur, wenn nichts vereinbart wurde. Üblich sind 200 bis 500 Euro netto über eine Vergütungsvereinbarung.
  • Seit Juli 2025 wird viertelstündlich statt halbstündlich abgerechnet, und Pauschalhonorare sind flexibler möglich.
  • Der größte Kostenblock ist die laufende Buchhaltung, und er hängt am Buchungsvolumen.
  • Der Voranmeldungsrhythmus beeinflusst die Beratungskosten nicht, die Buchführungsgebühr wird ohnehin monatlich berechnet.

1. Grundlage: die Steuerberatervergütungsverordnung

Kurz gesagt: Für die klassischen Vorbehaltsaufgaben gilt eine Verordnung, die Gebührenrahmen vorgibt. Frei verhandelbar ist trotzdem mehr, als viele denken. Die Verordnung bemisst die Wertgebühren am Gegenstandswert, in der Regel Umsatz oder Bilanzsumme. Eine GmbH mit 500.000 Euro Jahresumsatz zahlt für dieselbe Leistung deshalb mehr als eine GmbH mit 100.000 Euro.

Die drei Gebührenarten

  • Wertgebühren nach den Gebührentabellen, für Jahresabschluss und Steuererklärungen.
  • Betragsrahmengebühren, vor allem in der Lohnbuchführung.
  • Zeitgebühr, dort wo die Verordnung sie ausdrücklich vorsieht.

Innerhalb des Rahmens berechnen die meisten Kanzleien zwischen Mindest- und Mittelwert.

Der Rahmen ist nicht bindend

Nach § 4 StBVV kann in Textform eine höhere oder auch eine niedrigere Vergütung vereinbart werden, und der Steuerberater muss den Mandanten sogar in Textform darauf hinweisen, dass das möglich ist. Außerdem fallen sogenannte vereinbare Tätigkeiten wie die betriebswirtschaftliche Beratung gar nicht unter die Verordnung, dort gilt die freie Vereinbarung.

2. Was eine Stunde wirklich kostet

Kurz gesagt: Die gesetzliche Zeitgebühr und der marktübliche Stundensatz sind zwei verschiedene Dinge. Wer nur die Verordnung liest, bekommt ein falsches Bild.

Was die Verordnung vorsieht

Die gesetzliche Zeitgebühr beträgt nach § 13 StBVV 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde, umgerechnet also 66 bis 164 Euro pro Stunde. Entscheidend ist, was diese Werte tatsächlich sind: ein gesetzlicher Auffangrahmen für den Fall, dass zwischen Kanzlei und Mandant nichts vereinbart wurde. Sie beschreiben nicht, was Beratung kostet, sondern was gilt, wenn niemand etwas anderes geregelt hat.

Was in der Praxis vereinbart wird

Eine Abrechnung zu den Sätzen der Verordnung ist bei qualifizierter Beratung unüblich. Vereinbart werden je nach Aufgabenstellung, Spezialisierung und Qualitätsanspruch üblicherweise Stundensätze zwischen 200 und 500 Euro netto, und zwar über eine gesonderte Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV. Das ist kein Aufschlag auf die Verordnung und keine Ausnahme, sondern der gesetzlich ausdrücklich vorgesehene Regelweg.

Der Grund liegt auf der Hand: Eine Umwandlung, eine Betriebsprüfung, eine internationale Umsatzsteuerfrage oder die Gestaltung einer Holdingstruktur sind Spezialistenleistungen. Der Wert liegt nicht in der aufgewendeten Zeit, sondern in der Erfahrung dahinter und im vermiedenen Schaden. Auch in der Rechts- und Unternehmensberatung sind Sätze in dieser Größenordnung üblich.

Woran du ein seriöses Angebot erkennst

  • Der Stundensatz steht schriftlich in einer als solche bezeichneten Vergütungsvereinbarung, die von anderen Vereinbarungen erkennbar abgesetzt ist.
  • Es ist transparent, welche Leistungen nach Zeit und welche nach Gebührentabelle abgerechnet werden.
  • Du weißt vorher, wer an deinem Fall arbeitet. Ein Satz für die Beratung durch den Kanzleiinhaber ist etwas anderes als einer für die laufende Sachbearbeitung.

3. Was sich zum 1. Juli 2025 geändert hat

Kurz gesagt: Vier Punkte, die jeden GmbH-Mandanten direkt betreffen.

Feinere Taktung der Zeitgebühr

Abgerechnet wird je angefangener Viertelstunde statt je angefangener halber Stunde. Für Mandanten ist das meist ein Vorteil, weil eine kurze Rückfrage nicht mehr sofort eine halbe Stunde auslöst.

Flexiblere Pauschalhonorare

Der frühere § 14 StBVV zur Pauschalvergütung wurde aufgehoben. Damit entfallen die alten Einschränkungen, insbesondere die Mindestlaufzeit von einem Jahr und der Ausschluss bestimmter Tätigkeiten. Pauschalen richten sich jetzt nach § 4 sowie den neuen §§ 4a und 4b StBVV. Eine echte Monats- oder Jahrespauschale über alle Leistungen lässt sich heute also leichter darstellen als früher.

Strengere Formanforderungen

Eine Vergütungsvereinbarung braucht Textform, muss ausdrücklich als solche bezeichnet und von anderen Vereinbarungen erkennbar abgesetzt sein. Sie darf insbesondere nicht in der Vollmacht stehen. Bei Formfehlern schuldet der Mandant höchstens die gesetzliche Vergütung.

Angehobene Gebührentabellen

Die Tabellen wurden angehoben, in der Lohnbuchführung stärker als in den übrigen Bereichen. Wer seit Jahren dieselbe Pauschale zahlt, sollte mit einer Anpassung rechnen. Für Aufträge, die vor dem 1. Juli 2025 erteilt wurden, gilt in der Regel weiterhin das alte Recht, ein Blick in den eigenen Steuerberatungsvertrag lohnt sich deshalb.

4. Kosten für die laufende Buchhaltung

Kurz gesagt: Die Finanzbuchhaltung ist für GmbHs Pflicht und meist der größte Kostenblock. Sie hängt direkt am Buchungsvolumen. Die folgenden Werte sind unverbindliche Praxiswerte für Berliner GmbHs, kein Angebot.

Buchungen pro Monat Monatspauschale netto Typisch für
bis 50 150 bis 300 Euro Gründungsphase, Holding-GmbH, wenig operatives Geschäft
51 bis 150 300 bis 600 Euro laufender Geschäftsbetrieb, einige Mitarbeiter
151 bis 300 600 bis 1.200 Euro mehrere Projekte oder Kostenstellen
über 300 ab 1.200 Euro aufwärts individuell kalkuliert

Voranmeldungen sind darin enthalten

Die Gebühr für die Finanzbuchführung wird unabhängig vom Voranmeldungszeitraum grundsätzlich monatlich berechnet. Ob du vierteljährlich oder monatlich voranmeldest, ändert an deinen Beratungskosten also nichts. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, der bei Angebotsvergleichen regelmäßig für Verwirrung sorgt.

Steuerlich sieht der Rhythmus so aus: Gesetzlicher Regelfall ist nach § 18 Abs. 2 UStG das Kalendervierteljahr. Monatlich wird es, wenn die Umsatzsteuer im Vorjahr mehr als 9.000 Euro betragen hat. Hat sie nicht mehr als 2.000 Euro betragen, kann das Finanzamt von der Abgabe befreien. Für Neugründungen besteht eine Sonderregelung mit monatlicher Abgabe im Jahr der Aufnahme und im Folgejahr, die derzeit für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 ausgesetzt ist und ohne Verlängerung ab 2027 wieder aufleben kann. Relevant ist das für deine Abgabepflichten und deine Liquiditätsplanung, nicht für das Honorar.

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5. Größenklassen: was den Jahresabschluss teurer macht

Kurz gesagt: Nicht jede GmbH muss denselben Aufwand betreiben. Die Größenklasse entscheidet über Umfang, Prüfungspflicht und damit auch über die Kosten. Maßgeblich ist immer, dass mindestens zwei der drei Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen nicht überschritten werden.

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer
Kleinstkapitalgesellschaft bis 450.000 Euro bis 900.000 Euro bis 10
Kleine Kapitalgesellschaft bis 7,5 Mio. Euro bis 15 Mio. Euro bis 50
Mittelgroße Kapitalgesellschaft bis 25 Mio. Euro bis 50 Mio. Euro bis 250
Große Kapitalgesellschaft darüber darüber darüber

Was jede Klasse konkret bedeutet

  • Kleinstkapitalgesellschaft: stark verkürzte Bilanz, unter Bedingungen kein Anhang, statt Offenlegung genügt die Hinterlegung. Für viele frisch gegründete GmbHs und UGs der günstigste Fall.
  • Kleine Kapitalgesellschaft: verkürzte Bilanz, keine Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung, keine Abschlussprüfung.
  • Mittelgroße Kapitalgesellschaft: Prüfungspflicht und Lagebericht kommen hinzu. Die Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer ist eine eigene Leistung mit eigenem Honorar, das den Aufwand für die reine Abschlusserstellung deutlich übersteigen kann.
  • Große Kapitalgesellschaft: volle Offenlegung, volle Prüfungspflicht, erweiterte Berichtspflichten. Kapitalmarktorientierte Gesellschaften gelten stets als groß.

Für die Kostenplanung heißt das: Der Sprung von der kleinen zur mittelgroßen Kapitalgesellschaft ist der teuerste im ganzen System. Weil die Einstufung zwei Stichtage betrachtet, zeichnet er sich ein Jahr im Voraus ab.

6. Kosten für Jahresabschluss und Erklärungen

Kurz gesagt: Der Jahresabschluss ist für jede GmbH Pflicht, sein Umfang hängt an der Größenklasse. Die folgenden Werte sind unverbindliche Orientierungswerte.

Leistung Spanne netto Hinweis
Jahresabschluss bis 500.000 Euro Bilanzsumme 1.500 bis 3.500 Euro einfache Struktur, saubere Buchführung
Jahresabschluss 500.000 bis 2 Mio. Euro 3.500 bis 7.000 Euro Kostenstellen, Anlagevermögen, Rückstellungen
Jahresabschluss über 2 Mio. Euro ab 7.000 Euro aufwärts Prüfungshonorar kommt gesondert hinzu
Körperschaftsteuererklärung 800 bis 2.500 Euro abhängig von Umsatz und Komplexität
Gewerbesteuererklärung 400 bis 1.200 Euro meist im Paket enthalten
Umsatzsteuerjahreserklärung 300 bis 800 Euro höher bei internationalen Umsätzen
Paket für kleine GmbH 3.000 bis 6.000 Euro Abschluss plus alle drei Erklärungen

Warum zwei Arbeitsschritte anfallen

Der Jahresabschluss ist nicht dasselbe wie die steuerliche Gewinnermittlung, das sind zwei Ebenen mit zwei Regelwerken. Der handelsrechtliche Jahresabschluss folgt dem HGB, dient der Rechnungslegung gegenüber Gesellschaftern, Banken und der Öffentlichkeit und wird im Unternehmensregister offengelegt. Die steuerliche Gewinnermittlung folgt dem Steuerrecht und ist Grundlage für Körperschaft- und Gewerbesteuer.

Nach § 5b EStG ist ihr Inhalt nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Dafür gibt es zwei Wege: entweder eine eigenständige Steuerbilanz oder die Handelsbilanz zusammen mit einer Überleitungsrechnung, in der alle steuerlich abweichenden Ansätze dargestellt werden. Diese Überleitung ist ein eigener Arbeitsschritt, der in vielen Angeboten nicht separat ausgewiesen wird. Frag deshalb nach, ob die elektronische Übermittlung im Abschlusspaket enthalten ist.

Ein Tipp, der spürbar Geld spart: Wenn die laufende Buchhaltung bereits beim selben Steuerberater liegt, ist der Jahresabschluss in der Regel günstiger, weil kein separater Einarbeitungsaufwand entsteht.

7. Kosten für die Lohnabrechnung

Kurz gesagt: Sobald die GmbH Mitarbeiter beschäftigt, kommt eine monatlich wiederkehrende Position hinzu, deren Gebührenwerte mit der Reform 2025 angehoben wurden.

Konstellation Kosten netto pro Monat
bis 5 Mitarbeiter 20 bis 40 Euro je Person, dazu 50 bis 100 Euro Grundpauschale
6 bis 20 Mitarbeiter 15 bis 30 Euro je Person
Geschäftsführergehalt 30 bis 60 Euro, meist separat

Bei Gesellschafter-Geschäftsführern steckt in der Abrechnung mehr Arbeit, weil das Gehalt angemessen sein und einem Fremdvergleich standhalten muss. Andernfalls droht die verdeckte Gewinnausschüttung.

8. Gesamtkosten: drei Beispiele

Es handelt sich um vereinfachte Beispiele zur Veranschaulichung, die Werte sind frei gewählt. Im Einzelfall können die Beträge erheblich abweichen.

Position Kleine GmbH Wachsende GmbH Mittelstand
Jahresumsatz 150.000 Euro 600.000 Euro 2 Mio. Euro
Buchungen pro Monat rund 60 rund 150 rund 300
Personal nur Geschäftsführer 4 plus Geschäftsführer 12 plus 2 Geschäftsführer
Buchhaltung im Jahr 3.600 Euro 7.200 Euro 13.200 Euro
Jahresabschlusspaket 3.500 Euro 5.500 Euro 9.000 Euro
Lohnabrechnung im Jahr 480 Euro 1.680 Euro 4.800 Euro
Gesamt netto im Jahr rund 7.580 Euro rund 14.380 Euro rund 27.000 Euro
entspricht monatlich rund 632 Euro rund 1.198 Euro rund 2.250 Euro

Die Voranmeldungen sind in der Buchhaltung enthalten. Nicht enthalten sind Beratungsleistungen, die nach Stundensatz abgerechnet werden, und eine mögliche Abschlussprüfung.

9. Was den Preis wirklich bestimmt

Kurz gesagt: Neben Umsatz und Buchungszahl gibt es Faktoren, die den Preis erheblich beeinflussen. Auf die ersten beiden hast du selbst Einfluss.

  • Qualität der Vorarbeit. Chaotisch eingereichte Belege, verzögerte Rückfragen und nachgereichte Unterlagen verursachen Mehraufwand, der in Rechnung gestellt wird. Das ist der größte selbst steuerbare Hebel überhaupt.
  • Aufgabenteilung. Wer die vorbereitende Buchhaltung im eigenen Haus erledigt und nur Abschluss, Erklärungen und Beratung extern vergibt, senkt den größten Kostenblock deutlich.
  • Größenklasse. Der Wechsel in die mittelgroße Kapitalgesellschaft bringt Prüfungspflicht und Lagebericht mit sich und verändert die Kostenstruktur grundlegend.
  • Komplexität der Struktur. Mehrere Gesellschafter, verbundene Unternehmen, Organschaften oder Beteiligungen sind aufwendiger als eine einfache Einzel-GmbH.
  • Branche und Umsatzsteuer. One-Stop-Shop, Reverse Charge, internationale Lieferketten oder gemischte Steuersätze kosten mehr als rein inländisches Geschäft.
  • Service-Level und Digitalisierungsgrad. Kurze Reaktionszeiten und ein fester Ansprechpartner kosten mehr. Vollständig digitale Prozesse mit Bankschnittstellen senken den Aufwand dagegen.

10. Lohnt sich ein Steuerberater für die GmbH?

Kurz gesagt: fast immer. Die Frage ist nicht ob, sondern welcher und in welchem Umfang.

Was Pflicht ist

Eine GmbH ist zur doppelten Buchführung, zum handelsrechtlichen Jahresabschluss, zur elektronischen Übermittlung der steuerlichen Gewinnermittlung und zur Offenlegung im Unternehmensregister verpflichtet. Fehler, insbesondere bei der Körperschaftsteuererklärung, bei verdeckten Gewinnausschüttungen oder in der umsatzsteuerlichen Behandlung, führen zu Nachzahlungen samt Zinsen und im Ernstfall zur persönlichen Haftung des Geschäftsführers.

Was sich rechnet

Ein angemessenes Geschäftsführergehalt, eine durchdachte Ausschüttungsstrategie, Investitionsabzugsbeträge, die Nutzung steuerlicher Verluste und die Prüfung gewerbesteuerlicher Kürzungen amortisieren das Honorar bei den meisten GmbHs mehrfach. Dazu kommen drei konkrete Gegenwerte:

  • Die Steuerberatungskosten sind vollständig als Betriebsausgabe abziehbar. Bei rund 30 Prozent Gesamtbelastung trägt der Fiskus einen erheblichen Teil mit.
  • Die automatische Fristverlängerung bis Ende Februar des zweiten Folgejahres verschafft Planungsspielraum und verschiebt den Beginn möglicher Nachzahlungszinsen.
  • Die laufende Fristenkontrolle verhindert Verspätungszuschläge und Ordnungsgelder.

Ausblick: die Belastung sinkt

Der Körperschaftsteuersatz wird ab dem Veranlagungszeitraum 2028 in fünf Schritten gesenkt. Für die Rechtsformentscheidung und für langfristige Ausschüttungsplanungen ist das ein Faktor, der heute schon mitgedacht werden sollte.

Veranlagungszeitraum Körperschaftsteuersatz
bis 2027 15 Prozent
2028 14 Prozent
2029 13 Prozent
2030 12 Prozent
2031 11 Prozent
ab 2032 10 Prozent

Die Gesamtsteuerbelastung für Kapitalgesellschaften sinkt damit von derzeit knapp 30 Prozent auf knapp 25 Prozent. Rechtsgrundlage ist § 23 Abs. 1 KStG in der Fassung des Gesetzes für ein steuerliches Investitionssofortprogramm.

Beck Steuerberatung Berlin betreut GmbHs jeder Größe, von der frisch gegründeten UG bis zum etablierten Mittelständler. Einen Überblick findest du auf unserer Seite zur Steuerberatung für GmbHs sowie zur Steuerberatung für Unternehmen. Ob eine GmbH gesetzlich einen Steuerberater braucht, erklären wir im Beitrag Ist ein Steuerberater für die GmbH Pflicht?

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Die Verordnung gibt Rahmen vor, abweichende Vereinbarungen sind ausdrücklich zulässig und in der Beratung der Regelfall.
  • Der größte Kostenblock ist die laufende Buchhaltung, gefolgt vom Jahresabschlusspaket.
  • Die Größenklasse entscheidet über Prüfungspflicht und damit über den größten Kostensprung.
  • Sauber vorbereitete Belege sind der wirksamste Hebel, den du selbst in der Hand hast.
  • Ab 2028 sinkt der Körperschaftsteuersatz schrittweise von 15 auf 10 Prozent.

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11. Häufige Fragen: Kosten Steuerberater GmbH

Wie hoch ist die gesetzliche Zeitgebühr eines Steuerberaters?

Nach § 13 StBVV beträgt sie 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde, umgerechnet 66 bis 164 Euro pro Stunde. Seit dem 1. Juli 2025 wird viertelstündlich statt halbstündlich getaktet. Diese Werte bilden allerdings nur den gesetzlichen Auffangrahmen ab.

Was kostet eine Beratungsstunde beim Steuerberater tatsächlich?

Üblicherweise zwischen 200 und 500 Euro netto, je nach Aufgabenstellung, Spezialisierung und Qualitätsanspruch, vereinbart über eine gesonderte Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV. Die Sätze der Verordnung von 66 bis 164 Euro greifen nur, wenn nichts vereinbart wurde, und sind bei qualifizierter Beratung in der Praxis unüblich.

Dürfen Steuerberater ihre Preise frei festlegen?

Für die klassischen Vorbehaltsaufgaben gilt die Steuerberatervergütungsverordnung mit Gebührenrahmen. Nach § 4 StBVV kann davon in Textform abgewichen werden, und der Steuerberater muss auf diese Möglichkeit hinweisen. Vereinbare Tätigkeiten wie betriebswirtschaftliche Beratung fallen gar nicht unter die Verordnung.

Was hat sich mit der StBVV-Reform 2025 geändert?

Vier Punkte: Die Zeitgebühr wird viertelstündlich abgerechnet, der frühere § 14 StBVV zur Pauschalvergütung wurde aufgehoben, wodurch Pauschalhonorare über § 4 sowie die neuen §§ 4a und 4b StBVV flexibler möglich sind, die Gebührentabellen wurden angehoben, und Vergütungsvereinbarungen brauchen Textform und müssen eindeutig bezeichnet sein.

Welche Größenklassen gibt es für GmbHs und was ändert sich dadurch?

Vier: Kleinstkapitalgesellschaft bei höchstens 450.000 Euro Bilanzsumme, 900.000 Euro Umsatz und zehn Arbeitnehmern. Kleine Kapitalgesellschaft bei höchstens 7,5 Millionen Euro Bilanzsumme, 15 Millionen Euro Umsatz und 50 Arbeitnehmern. Mittelgroße bei höchstens 25 Millionen Euro Bilanzsumme, 50 Millionen Euro Umsatz und 250 Arbeitnehmern, darüber groß. Maßgeblich ist, dass zwei der drei Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen nicht überschritten werden. Ab der mittelgroßen Gesellschaft kommen Prüfungspflicht und Lagebericht hinzu.

Was kostet ein GmbH-Jahresabschluss beim Steuerberater?

Für eine kleine GmbH mit einer Bilanzsumme unter 500.000 Euro typischerweise 1.500 bis 3.500 Euro netto. Inklusive Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuerjahreserklärung liegen Pakete meist zwischen 3.000 und 6.000 Euro netto. Besteht Prüfungspflicht, kommt das Honorar des Abschlussprüfers gesondert hinzu.

Was ist der Unterschied zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz?

Der handelsrechtliche Jahresabschluss folgt dem HGB, dient der Rechnungslegung und wird im Unternehmensregister offengelegt. Die steuerliche Gewinnermittlung folgt dem Steuerrecht und ist Grundlage für Körperschaft- und Gewerbesteuer. Nach § 5b EStG ist ihr Inhalt elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln, entweder als eigenständige Steuerbilanz oder als Handelsbilanz mit Überleitungsrechnung. Diese Überleitung ist ein eigener Arbeitsschritt und sollte im Angebot ausgewiesen sein.

Was kostet die laufende Buchhaltung für eine GmbH?

Zwischen 150 und 1.200 Euro netto im Monat, abhängig vom Buchungsvolumen: bis 50 Buchungen etwa 150 bis 300 Euro, bei 51 bis 150 Buchungen 300 bis 600 Euro, bei 151 bis 300 Buchungen 600 bis 1.200 Euro. Die Umsatzsteuer-Voranmeldungen sind darin enthalten.

Wie oft muss meine GmbH Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben?

Gesetzlicher Regelfall ist das Kalendervierteljahr. Monatlich wird es, wenn die Umsatzsteuer im Vorjahr mehr als 9.000 Euro betragen hat. Bei höchstens 2.000 Euro kann das Finanzamt von der Abgabe befreien. Für Neugründungen gilt eine Sonderregelung, die für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 ausgesetzt ist. Auf die Beratungskosten wirkt sich der Rhythmus nicht aus, weil die Gebühr für die Finanzbuchführung ohnehin monatlich berechnet wird.

Wo wird der Jahresabschluss einer GmbH veröffentlicht?

Im Unternehmensregister, nicht mehr im Bundesanzeiger. Die Offenlegung erfolgt seit 2022 dort und muss binnen zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erledigt sein.

Sinkt die Steuerbelastung für GmbHs in den nächsten Jahren?

Ja. Der Körperschaftsteuersatz wird ab dem Veranlagungszeitraum 2028 in fünf Schritten um jeweils einen Prozentpunkt jährlich gesenkt, von 15 Prozent auf 10 Prozent ab 2032. Die Gesamtsteuerbelastung für Kapitalgesellschaften sinkt damit von knapp 30 Prozent auf knapp 25 Prozent. Grundlage ist § 23 Abs. 1 KStG in der Fassung des Gesetzes für ein steuerliches Investitionssofortprogramm.

Kann ich als GmbH die Steuerberatungskosten absetzen?

Ja, vollständig als Betriebsausgaben der GmbH. Bei einer Gesamtbelastung aus Körperschaftsteuer samt Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer von rund 30 Prozent in Berlin trägt der Fiskus einen erheblichen Teil des Honorars mit.

Haftungsausschluss

Die Beiträge dienen ausschließlich der allgemeinen, unverbindlichen Information. Sie sind nicht auf einzelne Sachverhalte zugeschnitten und stellen keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Eine individuelle Beratung ersetzen sie folglich nicht. Durch das Lesen kommt kein Mandats-, Beratungs- oder Auskunftsvertragsverhältnis zustande. Verbindliche Aussagen zu einem konkreten Sachverhalt werden ausschließlich im Rahmen eines erteilten Mandats erteilt.

Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wird keine Gewähr übernommen. Maßgeblich ist der Stand zum am Beitrag angegebenen Datum. Eine Pflicht zur Aktualisierung besteht nicht. Die Inhalte sind nicht dazu bestimmt, Grundlage wirtschaftlicher, steuerlicher oder rechtlicher Entscheidungen zu sein. Wer auf ihrer Grundlage handelt oder hiervon absieht, tut dies auf eigenes Risiko. Ein schutzwürdiges Vertrauen auf die Richtigkeit der Inhalte kann hierauf nicht gestützt werden.

Für eine Einschätzung Ihrer persönlichen Situation empfehlen wir ein persönliches Gespräch bei Beck Steuerberatung Berlin.

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